| |
DEUTSCHSTUNDE
Willkommen zur Deutschstunde
Laut SiegfriedLenz, ihr solltets wissen
dass euer Schwof ganz pflichtbeflissen
ihr denkt zu euch, ihr seit dabei
im Gedenken: deutschtümelei
Deutschstunde, Deutschstunde
Deutschstunde, in aller Munde
Der Gartenzwerk, die Kuckucksuhr
dem Bidermann vertraut Kultur
Häckeldeckchen, Vanilledessert
da stört Halbholz und Straftäter
Klostertaler, welch Ffirlefanz
nur harter Beat zum wahren Tanz
wir sind mal leis', auch mal obszön
wenns euch gefällt, dann tanzt mal schön
zur Deutschstunde
Deutschstunde, Deutschstunde
Deutschstunde, in aller Munde
Kommt, noch eine Runde
Anglezismus ist nur Geschwätz
das deutsche Wort, unser Gesetz
die Toleranz ist uns ein Hohn
die Akzeptanz, wer will die schon?
Wir lieben das, was uns gefällt
und dieser Takt ist unsre Welt
geboren ist diese Vision
eine neue Deffinition
der Deutschstunde
Klavierlehrerin
Sie ist meine Klavierlehrerin
mit sieben Jahren ging ich zu ihr hin
ich lehrnt' zu lieben, was ihr gefiehl
es war so vieles, nebst ihrem Fingerspiel
Die erste Stund', es ist wie heut
Ihr langes Haar, von Nacht bestäubt
autoritär, erstaunlich chic
schwarz umrandet, ihr ernster Blick
Sie stand zu mir, als Kontrapunkt
trotz Haltebogen, hat es gefunkt
fixierte Finger, frei Ellenbogen
nach außen brav, doch ungezogen
Vergessen war, Sechzentelfigur
unbeholfen, an Klaviatur
Heute weiß ich, es war Chanell
Inspirationen, rein hormonell
Ihr Glissando, reinstes Verzücken
Wenn sie es tat, hinab den Rücken
Ich war ergeben, ganz ihrer Kunst
Wollt' gut dastehen, in ihrer Gunst
Ich gab mir Mühe, doch gab ich auf
ganz gar piano, forte im Lauf
garnicht wollend, ein bald Coda
so himmlisch reich, ihr Repertoire
Sie ist meine Klavierlehrerin
seit 30 Jahren geh ich zu ihr hin
Ich lehrnt' zu lieben, was ihr gefiehl
es gab so vieles, nebst ihrem Fingerspiel
Fingerzittern, sogar noch heut'
als Zeichen das, wie sie sich freut
die Sonate, kenn' ich auswendig
einmal solo, und dann vierhändig
Sie war meine Klavierlehrerin
nach 30 Jahren spielt sie Schülerin
Sie crescendo, wir Stund' um Stund'
versinken beide, im Tastengrund
Halbholz
Kleines Püppchen, freches Bübchen
Du kleiner Mensch aus Holz
zerschnittest all dein Fäden
zur Schule gehn, ach was solls
möchtest doch was erleben
Du kleiner Mensch ohne Hirn
zappelst lustig durch die Welt
Stock und Hut, lachhafter Zwirn
die zast'ge Haut dich ganz entstellt
Kleines Püppchen, freches Bübchen
wo hat man dich zuletzt gesehn?
Kleines Püppchen, freches Bübchen
du wolltest doch zur Schule gehn!
Was ist geschehn?
Du kleiner Mensch aus Holz
Wicht eines Puppenspielers
bist deines Meisters größter Stolz
dein Gemüt ehr infantiler
Du kleiner Mensch beseelt von Haß
die Wahrheit ist dir unbekannt
tischt Lügen auf aus reinem Spaß
dein Schwindeln ist penedrant
Kleines Püppchen, freches Bübchen
die Welt ist groß und du bist klein
Kleines Püppchen, freches Bübchen
du wolltest doch alleine sein
wir sehn das ein
Du kleiner Mensch aus Holz
bist lustig Clown und klein Kaspar
Spiegelbild des schnöden Volks
brauchst weder Weib noch Pissoir
Du kleiner Mensch ohne Zweck
besitzt kein Recht zum Überleben
unerwünscht ist dein Comeback
sollst dem Feuer ganz erlegen
Kleines Püppchen, freches Bübchen
der Feuertod soll es sein
Kleines Püppchen, freches Bübchen
die Flammen groß und du ganz klein
sieh das doch ein
Kleines Püppchen, schwarzes Bübchen
die Asche grau, die Glut hellrot
Kleines Püppchen, zerfallenes Bübchen
der Marionettenpatriod
und schwarzer Rauch steigt aus dem Schlot
Leben
Will
wandern nachts am Strand entlang
aufs offne Meer sehn stundenlang
will liegen unterm Sternenzelt
bereisen auch die ganze Welt
Will über Freiheit frei verfügen
über Grenzen, Wälder fliegen
will dem Leben näher sein
Gefühle spührn in mein Gebein - leben
Will altern und zwar nicht allein
romantisch sein, bei Kerzenschein
will Rosen binden wie manns kennt
die Wolken zählen am Firnament
Will Frühling spührn in meinem Bauch
Lippen küssen, will ich auch
will leben, das ists, was ich will
mein Eisenherz steht niemals still - leben
Alles kann ich wiedergeben
was verlohr ein redlich Herz?
Freudenreich bleibt stehts mein Leben
Freude tausch ich ein um Schmerz
Will singend durch den Regen gehn
das Kraftwerk-Modell schreiten sehn
will Topspeed und Geschwindigkeit
v-maxen durch den Wind zu zweit
Will tanzen zu hartem Rhythmus
Glück versprühn im überfluss
will leben, das ists, was ich will
mein Eisenherz steht niemals still - leben
Ungesehn
Ich bin kein Kapitän
gestrandet im Leben
such' ich nach dir
Liebe ist alles was ich will
Vernunft schreit: "Schweig still!"
währ' gerne Kavalier
Die künstliche Umwelt:
ist das was hier zählt;
Raum meiner Lebensform
Eingesperrt im Kokon
gläsern' Wand und Plafond
leben ist abnorm
Ich fühl mich ungesehn
hörst du nicht mein Flehn
ich wünscht, ich könnts verstehn
ich fühl mich ungesehn
die Nähe insofern
wie Licht vom fremden Stern
Ich träume in schwarz-weiß
Illusion ist Beweis
für mein ganzes Fremdsein
Angst, die ich tief verspühr
ich frag' mich nur wofür
wünsch' ich mir Glücklichsein
Angst, die ich tief verspühr
ich frage mich wofür
wünsch' ich mir glücklichsein
Ich fühl mich ungesehn
hörst du nicht mein Flehn
ich wünscht, ich könnts verstehn
ich fühl mich ungesehn
die Nähe insofern
wie Licht vom fremden Stern
Hauser (Stuprum-Version)
Das Verbrechen an der Seele eines Kindes.
Wer bist du?
Sohn Napoleons, Erbprinz von Baden,
Sohn einer Magd oder ein Hochstapler?
Es regnet & der Marktplatz ist naß
geboren rasch ins Nirgendwo
sein Leben; nur Verfolgung und Haß
gefangen, versteckt bis ultimo
Es dunkelt; Furcht weicht Geborgenheit
keine Kindheit nur Menschenleere
die Jugend in Abgeschiedenheit
vereinsamt, verstummt, geistige Schwere
Es dämmert, Freiheit dem Findelsohn
sein Gehen ist, schleppenster Gang
seine Flucht aus der Isolation
Verspottung, Angst sind Freiheitsempfang
Es stürmet und er weiß nicht wohin
abgewiesen von Tür zu Tür
argwöhnisch, beäugt als Findling
nie angehörig, der Haute Couture
Hic occultus occulto occisus est
Es blühet, Dasein märchenhaft
die Gesellschaft hegt Abneigung
hinter ihm eine Machenschaft
Lohn dafür ist die Menschwerdung
Es regnet, ein Dolch in der Hand
seine Wahrheit, ein Zauberwort
das Ende, exorbitant
getäuscht, erstochen, der Meuchelmord
Isolation (Silentium-Version)
Eingeschlossen in Raum und in der Zeit
überwinden wir die Ewigkeit
verstummt ist jegliche Kommunikation
wahrgenommen wird in Halluzination
Wir wollen hier raus, nicht mehr hier sein
es herrscht der Horror und nur Geschrei
diffus und kalt, wie in der Kanalisation
unsre Angst ist geistige Modifikation
Aufgegeben ist der Rat und auch die Tat
die heile Welt, nur ein Imitat
jeder gleicht dem Anderen nach der Sterilisation
hinterfragt nicht mehr die Kapitulation
Nur Angst und Panik, wir sind allein
das SOS auf Latein
wir in der Falle des Wahnsinns Perfektion
unser Mut zum Leben stirbt vor Resignation
Resignation, die Frucht jeglicher Isolation
Isolation, wir leben alle in der Isolation
Denn wir wollen hier raus, nicht mehr hier sein
es herrscht der Horror und nur Geschrei
es ist diffus und kalt, wie in der Kanalisation
und unsre Angst ist geistige Resignation
Resignation, die Frucht jeglicher Isolation
Isolation, wir leben alle in der Isolation
Lebenskrone
Freudvoll und Leidvoll, gedankenvoll sein
langen und bangen in schwebender Pein
himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt
glücklich allein, die Seele die liebt
Es schlug mein Herz, geschwind zu Pferde
es war getan fast eh gedacht
der Abend wiegte schon die Erde
und an den Bergen hing die Nacht
Der Mond von einem Wolkenhügel
sah kläglich aus dem Duft hervor
die Winde schwangen leise Flügel
umsausten schauerlich mein Ohr
Freudvoll und Leidvoll, gedankenvoll sein
langen und bangen in schwebender Pein
himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt
glücklich allein, die Seele die liebt
Dich sah ich und die milde Freude
floß von deinem süßen Blick auf mich
ganz war mein Herz an deiner Seite
und jeder Atemzug für dich
Wie soll ich fliehn, waldwärts ziehn?
Alles vergebens.
Krone des Lebens, Glück ohne Ruh.
Liebe, Liebe bist Du!
Freudvoll, Freudvoll, Leidvoll
Doch ach, schon mit der Morgensonne
verängt der Abschied mir das Herz
in deinen Küssen, welche Wonne
in deinem Augen, welcher Schmerz
Ich ging, du standst und sahst zur Erde
du sahst mir nach mit nassen Blick
Und doch, welch Glück geliebt zu werden
und lieben, ihr Götter, welch ein Glück
Freudvoll und Leidvoll, gedankenvoll sein
langen und bangen in schwebender Pein
himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt
glücklich allein, meine Seele die liebt
Wie soll ich fliehn, waldwärts ziehn?
Alles vergebens.
Krone des Lebens, Glück ohne Ruh.
Liebe, Liebe bist Du!
Rauschen
Rauschen
Hörst du das Rauschen?
Welche Wonne in dem Fließen
da zu stehn mit nackten Füßen
An dem Grase hinzustreifen
und das Naß mit Hände greifen
Oder mit den heißen Wangen
kalte Tropfen aufzufangen
Und mit neuerwachten Düften
ihre Mädchenbrust zu lüften
Rauschen
Hörst du das Rauschen?
Rauschen, Rauschen,
Rauschen, Rauschen
Walle, Rauschen, Walle nieder
wecke meine Träume wieder
Regen, Regen,
Regen, Regen
Walle, Regen, walle nieder
wecke meine welken Lieder
Schauernd trifft mich jeder Tropfen
tief bis an des Herzens Klopfen
So atmet tief die Seele ein
wer sehnt sich nach Sonnenschein?
Rauschen
Hörst du das Rauschen?
Rauschen, Rauschen,
Rauschen, Rauschen
Walle, Rauschen, Walle nieder
wecke meine Träume wieder
Regen, Regen,
Regen, Regen
Walle, Regen, walle nieder
wecke meine welken Lieder
Straftäter
Ich werd heut Nacht spazieren gehn
hoff nur, dass mich keine Nachbarn sehn
Ich werde durch die Straßen laufen,
nur mal sehn, garnichts kaufen
Ich zieh ein Bild im Autolack,
Expressionist, im Zickzack,
ich leb mich aus, bin kreativ,
meine Kunst ist exklusiv
Ich seh ein Ring, genau für dich,
noch hinterm Glas, nicht öffentlich,
das Fenster wispert: komm herein,
Smarakt und Kleinod: alles mein
Straftäter - sie zeigen auf mich mit 'nem Finger
Straftäter - ich bin kein Schöner, ich bin ein Schlimmer
Ich schlafe nicht, bevor der Tag anbricht
Ich frag mich oft, warum das nur,
der Kampf dagegen eine Tortur
So geb ich nach, ich lächle leicht
der letzte Streich erfolgt zu gleich
In meiner Hand, das helle Licht,
ein weiter Wurf, ein Glas zerbricht,
das höchste Glück, die Nacht ist mein,
Gemäuer stehn in hellem Schein
Solche Zwänge allabendlich
umfassend wie ein Bogenstrich,
mit dem Sommeruntergang
steigt mein perfider Tatendrang
Ich bin kein Schöner, ich bin ein Schlimmer
Willst du mit mir spazieren gehn?
Wir werdn heut Nacht spazieren gehn
hoffn nur, dass uns keine Nachbarn sehn
Wir werden durch die Straßen laufen,
nur mal sehn, garnichts kaufen.
Wir ziehn ein Bild im Autolack,
Expressionisten, im Zickzack,
wir leben mich aus, sind kreativ,
unsre Kunst ist exklusiv
Straftäter - sie zeigen auf uns mit 'nem Finger
Straftäter - wir sind nicht schön, wir sind noch
schlimmer
|
|